Fachkräfte für den ländlichen Raum gewinnen

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Im rückenwind³-Projekt „LAND4 – Lebensvoll, Attraktiv, Nachhaltig, Digital“ erprobte die Diakoneo KdöR zwischen 2024-2026 in der Region Franken Süd/ Schwaben Ansätze, um Mitarbeitende in Pflege, Betreuung und Beratung gezielt zu entlasten. Zentral war es, Fachkräfte für den ländlichen Raum nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig an das Unternehmen zu binden. Entstanden sind drei Prototypen, um Wissenstransfer in den Einrichtungen zu verbessern, digitalen Wandel kollegial zu begleiten und ökologische Nachhaltigkeit stärker in den Fokus der alltäglichen Arbeit zu rücken.  

In ländlichen Gegenden sind stabile Netzwerkstrukturen oft unerlässlich, Dienstleistungsportfolios tendenziell kleiner, öffentliche Infrastruktur und Digitalisierungsvorhaben teilweise ausbaufähig. Umso wichtiger war es, im Unternehmen praktikable Lösungen für ein nachhaltig lebensvolles Tätigkeitsumfeld zu entwickeln. Ziel war es, den Mitarbeitenden Anknüpfungspunkte auf unterschiedlichen Ebenen anzubieten, die eine Arbeit in der Diakoneo KdöR dauerhaft attraktiv und motivierend gestalten. 

Wie eine vernetzte, generations- und hierarchieübergreifende Zusammenarbeit im ländlichen Raum gelingen kann, verdeutlichen drei Prototypen, die im rückenwind³-Projekt LAND4 entwickelt und umgesetzt wurden:

1. „LAND4-Rollenstärker“: Impulse für Rolle, Haltung und Miteinander

Um Mitarbeitende für die Zukunft zu stärken, entstand die Modulreihe „In eigener Persönlichkeit und Rolle wachsen“ für Beschäftigte aus Pflege, Beratung und Betreuung:

• Orientierung geben - Strategien entwickeln & Kulturwandel initiieren

• Haltung & Engagement stärken - Motivation und Miteinander fördern

• Kundenorientierung & Zukunftsausrichtung - Blick nach außen richten

• Führungskraft als zentrale Rolle - Verantwortung & Selbstverständnis

Alltagstaugliche Impulse wurden kompakt vermittelt und im sogenannten „Rollenstärker“ zusammengefasst: Ein praktischer Tischkalender, der auch digital zur Verfügung steht. Eigens ausgebildete "TransferCoaches“ stärken Kolleg*innen mit alltagstauglichen Impulsen und bei der Übernahme von Verantwortung. Sie unterstützen den Wissenstransfer in den Einrichtungen über die Projektlaufzeit hinaus.

2. „Digitale Unterstützer*innen“: Sympathietragende und Dolmetschende „digital - deutsch“

„Wie komme ich an meine digitale Gehaltsabrechnung?“ oder „Ich habe mein Passwort vergessen?“ - Das sind Fragen, die Mitarbeitende in der täglichen Arbeit beschäftigen. Aus dem Wunsch heraus, mehr IT-Unterstützung vor Ort zu haben, wuchs das Konzept der „Digitalen Unterstützer*innen (=DIGIs)“. Die „DIGIs“ sind digital-affine, kollegiale Ansprechpartner*innen zu niederschwelligen IT-Themen. Sie helfen unkompliziert und zeitnah weiter. Ziel ist es, Mitarbeitende zu entlasten, die Attraktivität digitaler Themen zu erhöhen und die IT-Wissensvermittlung voranzutreiben. Ein „DIGI“ kann sein, wer Spaß an digitalen Anwendungen hat, gerne unkompliziert weiterhilft und als Dolmetschende*r „digital - deutsch“ in der eigenen Einrichtung aktiv sein möchte. Der Prototyp wurde in Franken Süd/Schwaben erfolgreich getestet und wird perspektivisch auf weitere Regionen übertragen. 

3. „Greenfluencer-Netzwerk“: Ressourcen schonen, Abfall vermeiden, sensibilisieren. 

„Tolles Thema, ich beschäftige mich schon viel mit Nachhaltigkeit“, „Ich habe viele Ideen und freue mich diese nun umsetzen zu können“– Das sind einige Rückmeldungen aus dem LAND4-Greenfluencer Auftakt-Workshop. Mitarbeitende der Prototypregion machten sich auf den Weg, Nachhaltigkeit noch stärker in den Fokus zu rücken. Es konnten bereichsübergreifend Kolleg*innen, Bewohner*innen/ Klient*innen in Förderstätten, Werkstätten und Offenen Hilfen aktiv eingebunden werden. Konkretes Beispiel ist z.B. eine Achtsamkeits-Challenge, um Lebensmittelverschwendung erfolgreich zu reduzieren oder das Modell „Teilen statt kaufen”. Entstanden ist ein „Greenfluencer-Netzwerk“, das selbstorganisiert Nachhaltigkeitsthemen in den Einrichtungen voranbringt und unternehmensübergreifend weiter wächst.

Neben den exemplarischen Prototypen sind weitere Projektergebnisse für den Arbeitsalltag in Pflege, Betreuung und Beratung entstanden.

Das Projekt „LAND4“ wurde im Programm „rückenwind³ für Vielfalt, Wandel und Zukunftsfähigkeit in der Sozialwirtschaft“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.